Rechtsanwalt Michael Höseler
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Der Anspruch auf Teilzeitarbeit

 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in den
meisten Fällen die Ursache für einen Wunsch
nach Teilzeitarbeit. Doch was tun, wenn der
Arbeitgeber sich querstellt?


Teilzeitarbeit auch im Alleingang
Unternehmen, die mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigen,
sind nach einer Beschäftigungszeit von
sechs Monaten grundsätzlich verpflichtet, einem
Antrag auf Teilzeitarbeit zuzustimmen und dabei
auch die Arbeitszeit nach den Wünschen des
Arbeitnehmers festzulegen. Eine Ablehnung ist nur
möglich, wenn dem Teilzeitwunsch betriebliche
Gründe entgegenstehen, etwa weil die organisatorischen
Abläufe durch die Teilzeit erheblich gestört
würden oder weil die gewünschte Arbeitszeit nicht in
ein mit dem Betriebsrat abgestimmtes Arbeitszeitmodell
passt. Dabei muss der Arbeitgeber die
Ablehnung spätestens einen Monat vor dem
gewünschten Beginn der Teilzeit schriftlich erklären.
Lehnt der Arbeitgeber den Teilzeitwunsch nicht
fristgemäß ab oder stehen ihm keine ausreichenden
Ablehnungsgründe zur Seite, kann der Arbeitnehmer
den Anspruch auf Teilzeit gerichtlich durchsetzen.
Bei besonderer Eilbedürftigkeit, wenn etwa ohne die
Teilzeitarbeit die Kinderbetreuung nicht gesichert
wäre, kommt auch die Durchführung eines Eilverfahrens
in Betracht, das eine gerichtliche Entscheidung
meist innerhalb weniger Tage oder Wochen ermöglicht.


Formales
Die förmlichen Hürden eines Teilzeitantrags sind
gering. Der Antrag kann mündlich gestellt werden
und muss lediglich eine Frist von drei Monaten bis zu
dem gewünschten Beginn der Teilzeit wahren, damit
sich der Arbeitgeber auf die Teilzeit einstellen kann.
Der Antrag kann auch wiederholt gestellt werden;
allerdings muss der Arbeitnehmer nach einem
Teilzeitantrag, dem stattgegeben oder der berechtigt
abgelehnt worden ist, eine Frist von zwei Jahren
einhalten, bevor er erneut Teilzeit beantragen kann.
Nachträgliche Veränderung der Arbeitszeit
Weitgehend unbekannt ist, dass der Arbeitgeber, der
einem Teilzeitantrag stattgegeben hat, die Lage der
Arbeitszeit nachträglich einseitig abändern kann,
wenn die betrieblichen Interessen daran die Interessen
des Arbeitnehmers erheblich überwiegen. Eine
Absicherung der gewünschten Arbeitszeiten kann
deshalb nur durch eine vertragliche Vereinbarung
erreicht werden.


Rückkehr auf die Vollzeitstelle
Ändern sich die familiären Umstände, möchten
Teilzeitbeschäftigte häufig auf eine Vollzeitstelle
zurückkehren. Der Anspruch auf Teilzeitarbeit ist
allerdings auf Dauer angelegt, eine nur befristete
Verringerung der Arbeitszeit ist nach derzeitiger
Gesetzeslage nur im Einvernehmen mit dem
Arbeitgeber möglich. Nach Durchsetzung eines
Teilzeitantrags ist der Arbeitnehmer deshalb darauf
beschränkt, dem Arbeitgeber seinen Wunsch nach
einer Aufstockung der Arbeitszeit mitzuteilen. Dann
ist der Arbeitgeber verpflichtet, bei der Besetzung
einer Vollzeitstelle den Teilzeitbeschäftigten bei
gleicher Eignung vorrangig zu berücksichtigen.


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